„Der fünfte Evangelist“, der große Verkündiger des Schöpfers, ist ebenso ein Denkmal wie viele seiner Werke. Doch so differenziert die Bach-Rezeption unserer Zeit auch ist, birgt dieser Status aber auch Gefahren. So sind Bachs Werke nicht nur Monumente der abendländischen Musik, sondern vielmehr vitalisierender Ausgangspunkt in der Musikgeschichte: Wessen Musik wurde mehr bearbeitet oder gleichsam als Steinbruch an Ideen genommen? Transkriptionen und Kompositionen mit Bach-Bezug sind bedeutungsvoll in der Musik, und ihnen wollen wir uns bei den Thüringer Bachwochen intensiv widmen.
Für Beachtung werden bei diesem Festival auch die Veranstaltungen abseits der traditionellen Bachpflege sorgen. Mit dem Heizwerk in Erfurt stellen wir einen neuen Konzertort vor, das dort auftretende Kammerorchester Elbipolis entführt uns wie das Solistenensemble Kaleidoskop in Weimar in eine „Barock Lounge“, in der Bachs Musik auf DJ-Samples trifft. Die Kombination solcher Experimente mit Konzerten der historischen Aufführungspraxis ist bei den Bachwochen Konzept – und verleiht dem Festival das besondere Gesicht, das ihm in den vergangenen Jahren erfreuliche Beachtung beschert hat.
Dieses Konzept würdigen auch die Thüringer Tourismusgesellschaft sowie das Kultus- und das Wirtschaftsministerium, die uns in diesem Jahr erneut intensiv unterstützen. Ihnen gilt unser Dank ebenso wie den beteiligten Kommunen und den Kooperationspartnern und Förderern. Dank ihrer Unterstützung erfährt Bach in seinem Geburtsland Thüringen die wohlverdiente Aufmerksamkeit – und bleibt in diesem Kernland deutscher Kultur erfreulich lebendig.
Seien Sie herzlich willkommen!

