Telemanns Musiksalon – Schloss Wilhelmsthal bei Eisenach

Lange bevor Hermann Fürst von Pückler-Muskau im 19. Jahrhundert Wilhelmsthal zum Höhepunkt einer grandiosen Parklandschaft im westlichen Thüringer Wald machte, besangen bereits die Serenaden Georg Philipp Telemanns die Schönheit und die besondere Atmosphäre der Anlage. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatte Herzog Johann Wilhelm von Sachsen-Eisenach den nach ihm benannten Ort für höfische Jagden und Lustbarkeiten herrichten lassen.

Schloss Wilhemsthal

Nach dem Vorbild des seinerzeit berühmten königlichen Lustschlosses Marly bei Paris war Schloss Wilhelmsthal aus einzelnen Pavillons entlang einer Hauptachse errichtet worden. Dabei entstand das „Fürstliche Ballet“ als einer der ältesten freistehenden Konzertsäle Europas. Der mit prächtiger Stuckdecke gezierte und für seine ausgezeichnete Akustik gelobte Saal ist heute als Telemannsaal bekannt. Hier wurden einige der Serenaden uraufgeführt, die Telemann zwischen 1716 und 1725 eigens für den Eisenacher Hof komponierte.

Die Herzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach nutzten die Anlage bevorzugt als Sommerresidenz und ließen sie seit dem späteren 18. Jahrhundert erweitern und verändern. Den Telemannsaal bildete man um 1800 mit dem Anbau der Kolonnade und des gegenüberliegenden Pavillons zum Neuen Schloss um, und die barocke Gartenanlage wurde in jenen weitläufigen Landschaftspark mit malerischen Blickbeziehungen verwandelt, der seine letzte künstlerische Prägung ab 1853 unter dem Einfluss von Fürst Pückler erhielt.

Schloss Wilhelmsthal | © Marco Borggreve

Schloss Wilhelmsthal | © Marco Borggreve

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