Bachland-Rundgang durch Arnstadt

Bach und Arnstadt, das ist eine große Leidenschaft: Denn der junge Komponist kam 1703 im Alter von 18 Jahren in die Stadt, um dort im sommerlichen August seine erste Organistenstelle anzutreten. Wobei er schon vier Wochen zuvor mächtigen Eindruck hinterlassen haben muss, denn Bachs erste Reise in die Stadt an der Gera hatte einen anderen Anlass: er sollte die neue Orgel in der nach einem Stadtbrand errichteten Neuen Kirche begutachten und erwies sich beim Vorspielen als wahres Genie. Und so blieb Johann Sebastian Bach bis 1707 der Stadt auf vielfältige Weise verbunden.

Bachdenkmal Arnstadt

Für einen Rundgang durch Arnstadt, einer der ältesten Thüringer Orte, ist das Bach-Denkmal auf dem Markt ein guter Ausgangspunkt. 1985 wurde das Bronzeobjekt enthüllt, und die Reaktionen auf den aus heutiger Sprachsicht coolen und vor allem jungen Bach, der hier lässig auf einer Bank lümmelt, waren geteilt. Unkonventionell ist die Plastik des Künstlers Bernd Göbel anlässlich des 300. Geburtstags von Johann Sebastian Bach allemal.

Der Marktplatz der Stadt ist ein Kleinod: Man schaut auf die historischen Fassaden vieler umliegender Häuser und natürlich auch auf die Kirche, die seit 1935 den Namen des großen Komponisten trägt. Die Johann-Sebastian-Bach-Kirche, oder in der Kurzfassung Bachkirche, beeindruckt nicht allein durch die besondere Akustik durch das hölzerne Tonnengewölbe. Die zwei bedeutenden Orgeln der Kirche, die Wender-Orgel von 1703 und die Steinmeyer-Orgel von 1913, wurden zwischen 1997 und 1999 rekonstruiert und restauriert. Beide Instrumente sind Meilensteine der Orgelkunst in Mitteldeutschland und regelmäßig in Gottesdiensten zu hören.

Arnstadt belebt die Tradition ihres wohl berühmtesten Gastes mit zahlreichen Aktivitäten und auch Attraktionen. Neben dem traditionellen Bach-Festival Arnstadt gibt es im Sommer regelmäßig ein weiteres kleines Bachfestival und im Winter den vorweihnachtlichen „Bach Advent“. Nicht zu vergessen die beliebte überregionale Konzertreihe „Thüringer Orgelsommer“.

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Interaktives Panorama der Bachkirche

Mit der Ausstellung „Bach in Arnstadt“ im Schlossmuseum zeigt die Stadt zudem ihre tiefe und engagierte Verbundenheit zur Geschichte der Familie Bach. Zahlreiche Mitglieder dieser Musikerfamilie waren über Jahrhunderte hinweg als Organisten, Stadtpfeifer und Hofmusiker tätig. Die Ausstellung präsentiert neben einigen Exponaten viel Wissenswertes rund um die Musik- und Sozialgeschichte Arnstadts.

Wer nicht auf Bachs Spuren durch die engen Gassen flaniert, der sollte sich die Kirchen der Stadt genauer anschauen. Nicht nur die Bachkirche ist ein lohnendes Ziel, auch die Oberkirche oder die Liebfrauenkirche gehören zu wichtigen sakralen Bauten in der Stadt.

Und ein perfekter Ausflugstipp liegt nur wenige Kilometer von Arnstadt entfernt. In der charmanten Dorfkirche St. Bartholomäus heiratete Johann Sebastian Bach im Oktober 1707 seine Cousine 2. Grades Maria Barbara Bach. Der Überlieferung historischer Schriften nach zog die Hochzeitsgesellschaft von Arnstadt über die Felder nach Dornheim. Aus der Ehe entstammen sieben Kinder, darunter die bekanntesten Bachsöhne Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel.

1707 war nicht nur das Jahr dieser großen Feier, sondern auch ein Jahr des Abschieds. Johann Sebastian Bach verließ Arnstadt und wurde Organist in der freien Reichsstadt Mühlhausen. Noch vor der Hochzeit in Dornheim bat er den Rat der Stadt um die Auflösung seines Vertrages. Doch Arnstadt blieb der Familie Bach treu. Nachfolger im Amt des Organisten in Arnstadt wurde Bachs Vetter Johann Ernst.

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