Die Weimarer Zeit 1708–1717

Bastille des Stadtschlosses Weimar

Bastille des Stadtschlosses Weimar | © Marco Borggreve

Neun Jahre lang hatte Bach in Weimar seine Wirkungsstätte. In der „Himmelsburg“, der heute nicht mehr erhaltenen Kapelle des Stadtschlosses, erklangen erstmals seine Kirchenkantaten dieser Jahre. In Weimar galt Bach als Organist von unerreichbarer Technik und als Komponist von einer Kraft und Kühnheit des melodischen Ausdrucks, an die vorher niemand heranreichte. Aus allen Landesteilen Deutschlands erhielt er Rufe, um neue Orgeln auszuprobieren, Organistenstellen zu prüfen oder selbst als Organist zu arbeiten. In Weimar wurde ihm der Titel „Konzertmeister“ verliehen und ein professionelles Orchester und Sänger zur Seite gestellt.

Bach verdiente gut in Weimar; sieben Kinder wurden geboren und vier in der Stadtkirche St. Peter und Paul getauft, darunter seine Söhne Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel. In der Stadtkirche spielte er auch mit seinem Vetter Johann Gottfried Walter die Orgel. Sein Vertrag in Weimar verpflichtete Bach, Kantaten zu schreiben. Als erste erklang 1714 die Kantate „Himmelkönig sei willkommen“. Auch sein berühmtes „Orgelbüchlein“ stammt aus der Weimarer Zeit.

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Interaktives Panorama der Stadtkirche St. Peter und Paul | © Roland Wehking

Stadtkirche St. Peter und Paul

Stadtkirche St. Peter und Paul | © Marco Borggreve

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